ACV fordert Studie zu Baumunfällen statt zu Tempolimit

Für eine deutliche Verbesserung der Unfallzahlen ist ein Tempolimit auf Autobahnen nachweislich der falsche Weg. Die Zahl der Verkehrstoten bei sogenannten Baumunfällen auf Landstraßen stellt ein viel drängenderes Problem dar.


Die Diskussion um ein allgemeines Tempolimit hat auch den 58. Verkehrsgerichtstag in Goslar (VGT) beschäftigt. Der Präsident, Professor Ansgar Staudinger, fordert wissenschaftliche Studien ein, um zu sehen, was ein Tempolimit wirklich bewirken würde. Der ACV hält diesen Ansatz aus der Perspektive der Juristen für nachvollziehbar und auch sinnvoll. Denn sonst lassen sich bei Verstößen später keine begründbaren Urteile fällen. Der ACV sagt aber auch: Es gibt längst genug Zahlen, die eindeutig belegen, wo wir ganz dringend ansetzen müssen, um die Zahl der Verkehrstoten weiter zu reduzieren. ACV Geschäftsführer Holger Küster erklärt hierzu: „Ganz oben auf die Agenda gehören die tödlichen Unfälle auf Landstraßen. Es sterben pro Jahr mehr Menschen allein durch so genannte Baumunfälle auf Alleen als auf allen deutschen Autobahnen insgesamt (Quelle: Statistische Landesämter 2019, Tabelle UJ 19 2018). Es wäre richtig und wichtig, für ein Thema wie dieses eine groß angelegte wissenschaftliche Studie anzustoßen. Dass dies nicht geschieht, zeigt: Die Diskussion über das Tempolimit wird viel zu emotional und zu wenig sachlich geführt.“


Im Arbeitskreis III des VGT zur Aggressivität im Straßenverkehr wurden konkrete Forderungen nach einem Tempolimit laut. Dabei zeigte sich allerdings sehr schnell, dass selbst die juristischen Experten gespalten sind. Ein eindeutiges Votum kam nicht zustande. Unterdessen stellte die Bundesanstalt für Straßenwesen klar: Raserei und Aggressivität sind keine Frage des Tempos. Ein Tempolimit würde zumindest in dem Punkt überhaupt nichts bewirken.


180 Menschenleben ließen sich retten durch eine höhere Gurtanlegequote


Der ACV weist für eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit auf die dringenden und wichtigen Aufgabenstellungen hin: Die stark steigenden Unfallzahlen mit Beteiligung von Pedelec-Fahrern, das hohe Risiko von Motorradfahrern und nicht zuletzt auch die Zahl der Unfalltoten, die nicht angeschnallt waren. Allein durch den Gurt ließen sich rund 180 Menschenleben pro Jahr retten (Quelle: UDV, Road Safety Observatory, Statistisches Bundesamt 2018). Der ACV fordert deshalb das Bundesverkehrsministerium wie auch alle anderen an dem Programm VISION ZERO Beteiligten auf: Wenden Sie sich den drängendsten Unfallursachen zu. Ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen gehört nachweislich nicht dazu.

Quelle: Pressemitteilung des ACV vom 31. Januar 2020.

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