Auch der Rat der EU verlangt mehr Fahrzeugsicherheit

Ab Mitte 2022 müssen alle Neuwagen, die auf den EU-Markt kommen, mit modernen Sicherheitssystemen ausgestattet sein. Im Anschluss an eine Einigung mit dem Europäischen Parlament im März letzten Jahres verabschiedete der Rat um die Zahl der Verkehrsopfer deutlich zu verringern. Die neue Verordnung sieht vor, dass etwa 30 verschiedene Technologien oder Systeme in neuen Fahrzeugen verschiedener Typen eingeführt werden müssen. Gemäß der Vereinbarung werden die meisten Technologien im Mai 2022 für neue Fahrzeugmodelle und im Mai 2024 für bestehende Modelle verbindlich. Die Europäische Kommission erwartet, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen bis 2038 dazu beitragen werden, mehr als 25.000 Menschenleben zu retten und mindestens 140.000 schwere Verletzungen zu verhindern.



Die Vereinbarung umfasst 12 neue Sicherheitstechnologien für Personenkraftwagen:

  1. intelligenter Geschwindigkeitsassistent (ISA);

  2. Vorrichtung zum Einbau einer alkoholempfindlichen Wegfahrsperre;

  3. Fahrer-Müdigkeitserkennung und -Aufmerksamkeitswarnsystem;

  4. fortgeschrittene Ablenkungserkennung;

  5. Notbremslichter;

  6. Systeme für die Erkennung beim Rückwärtsfahren;

  7. Unfalldatenspeicher;

  8. präzise Reifendrucküberwachung;

  9. Notbremsassistenzsysteme;

  10. Spurhalteassistenzsysteme,

  11. Seitenaufprallschutz für Insassen;

  12. erweiterte Kopfaufprallschutzbereiche, mit denen bei einem Aufprall potenzielle Verletzungen von ungeschützten Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern gemindert werden können.

Besonders umstritten waren ISA-Systeme. Diese Systeme verwenden Videokameras, um Geschwindigkeitszeichen und/oder GPS-gestützte Geschwindigkeitsbegrenzungsdaten zu erkennen, um die Fahrer über die aktuelle Höchstgeschwindigkeit zu informieren und bei Bedarf automatisch die Geschwindigkeit des Fahrzeugs zu begrenzen. ISA-Systeme sind jedoch nicht dazu ausgelegt, automatisch zu bremsen, sondern die Motorleistung so zu begrenzen, dass das Fahrzeug nicht über die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung hinaus beschleunigt, es sei denn, es wird übersteuert. Insbesondere der Verband der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) hat sich aktiv gegen die Einführung von ISA-Systemen eingesetzt. ACEA behauptet, dass ISA in der Praxis aufgrund falscher Verkehrszeichen und veralteter Informationen immer noch unzureichend ist. Darüber hinaus können Kameras nicht alle Szenarien vorhersagen, z.B. aufgrund von Sehbehinderungen. Stattdessen sind Geschwindigkeitsbegrenzungsinformationssysteme (SLI) "in Kombination mit einer besseren Durchsetzung und Fahrertraining" eine "effektive Alternative". Anstatt die Geschwindigkeit aktiv zu reduzieren, zeigen SLI-Systeme nur Warnungen an, die ignoriert werden können.

Weiterführende Links: - Pressemitteilung der Rat der EU vom 8. November 2019. - Car lobby opposes EU safety bid that 'would save 1,300 lives a year', The Guardian, 13 December 2018.

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