Europas Rohstoffversorgung

English


,,A secure and sustainable supply of raw materials is a prerequisite for a resilient economy. For e-car batteries and energy storage alone, Europe will for instance need up to 18 times more lithium by 2030 and up to 60 times more by 2050. As our foresight shows, we cannot allow to replace current reliance on fossil fuels with dependency on critical raw materials.” Mit diesen mahnenden Worten von Maroš Šefčovič, Vizepräsident für interinstitutionelle Beziehungen und Vorausschau, stellte die Europäische Kommission am 3. September 2020 einen Aktionsplan für kritische Rohstoffe, die Liste der kritischen Rohstoffe für 2020 und eine vorausschauende Studie über kritische Rohstoffe für strategische Technologien und Sektoren aus der Perspektive der Jahre 2030 und 2050 vor.

Die sichere Versorgung der EU-Industrie mit Rohstoffen ist kein neues Thema und wird von der EU bereits seit 1970 aktiv gefördert. Doch stellen sich im Zuge der Digitalisierung und auch Elektrifizierung neue Probleme und Herausforderungen dar. Der Europäische Grüne Deal und die neue EU-Industrie-Strategie erkennen an, dass der Zugang zu Ressourcen eine strategische Sicherheitsfrage geworden ist, um den grünen und digitalen Wandel zum Erfolg zu führen. Insbesondere die Corona-Krise zeigt viele Probleme aktueller Lieferketten und bestehenden Abhängigkeiten auf, was besonders in Sektoren der öffentlichen Sicherheit und anderen strategischen Bereichen kritisch ist. Europa muss sich langfristig um die Entwicklung einer offenen strategischen Autonomie und die Diversifizierung der Rohstoffversorgung bemühen.


Der vorgestellte Aktionsplan befasst sich mit den aktuellen und künftigen Herausforderungen und schlägt Maßnahmen zur Verringerung der Abhängigkeit Europas von Drittländern, zur Diversifizierung der Versorgung sowohl aus primären als auch aus sekundären Quellen und zur Verbesserung der Ressourceneffizienz und des Kreislaufs bei gleichzeitiger Förderung einer verantwortungsvollen Beschaffung weltweit vor. Darüber hinaus wurde die Liste der kritischen Rohstoffe aktualisiert, um der veränderten wirtschaftlichen Bedeutung und den Herausforderungen bei der Versorgung auf der Grundlage ihrer industriellen Anwendung Rechnung zu tragen. Sie enthält 30 kritische Rohstoffe. Lithium, das beispielsweise für eine Umstellung auf E-Mobilität unerlässlich ist, wurde der Liste zum ersten Mal hinzugefügt.


Zur Umsetzung des Aktionsplans skizzierte die Kommission zehn konkrete Maßnahmen. So soll die Kommission in den kommenden Wochen eine Europäische Rohstoffallianz gründen, um insbesondere die Resilienz der EU in den Wertschöpfungsketten der seltenen Erden und Magnete zu stärken, da dies für die meisten industriellen Ökosysteme der EU, wie erneuerbare Energien, Verteidigung und Raumfahrt, von entscheidender Bedeutung ist.


Ebenso sollen einheimische Ressourcen besser genutzt werden. Dafür wird die Kommission mit den Mitgliedstaaten und Regionen zusammenarbeiten, um Bergbau- und Verarbeitungsprojekte in der EU zu ermitteln, die bis 2025 in Betrieb genommen werden können.


Die Kommission wird den Einsatz ihres Erdbeobachtungsprogramms Kopernikus fördern, um die Ressourcenexploration, den Betrieb und das Umweltmanagement nach der Schließung zu verbessern. Gleichzeitig wird Horizon Europe Forschung und Innovation unterstützen, insbesondere im Hinblick auf neue Abbau- und Verarbeitungstechnologien, Substitution und Recycling.


Die Kommission wird außerdem bis Ende 2021 nachhaltige Finanzierungskriterien für den Bergbau und die mineralgewinnende Industrie entwickeln. Sie wird auch das Potenzial kritischer Sekundärrohstoffe aus EU-Lagerbeständen und Abfällen kartieren, um bis 2022 tragfähige Verwertungsprojekte zu ermitteln.


Ebenfalls essenziell ist die Entwicklung strategischer internationaler Partnerschaften, um die Versorgung mit kritischen Rohstoffen sicherzustellen, die in Europa nicht vorkommen. Pilotpartnerschaften mit Kanada, interessierten Ländern in Afrika und in der Nachbarschaft der EU werden ab 2021 beginnen. In diesen und anderen Foren der internationalen Zusammenarbeit wird die Kommission nachhaltige und verantwortungsvolle Bergbaupraktiken und Transparenz fördern.

Weiterführende Links:

Pressemitteilung der Kommission.

Aktionsplan.

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