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Kommission favorisiert WI-FI gegenüber 5G

Updated: May 15, 2019

Nachdem die Europäische Kommission am 13. März 2019 neue Vorschriften in Form eines delegierten Rechtsaktes erlassen hatte, entbrannte im April eine Debatte über die Wahl der Technologie zur Verbindung von Autos in der Zukunft. Am 8. April 2019 stimmte der parlamentarische Verkehrsausschuss (TRAN) für für einen Einspruch gegen die delegierte Verordnung. Jedoch stimmte das Parlament am 30. April dennoch für den Rechtsakt der Kommission. Die Abgeordneten des Ausschusseses kritisierten, dass die Verordnung nicht technologieneutral sei, da die Kommission das WLAN-basierte ITS-G5 als zukünftigen Standard definiert. C-V2X basierend auf der 5G-Technologie werde damit systematisch ausgeschlossen oder benachteiligt. Der Entscheidung der Kommission gingen intensives Lobbying voraus. Renault, Toyota, NXP, Autotalks und Kapsch TrafficCom unterstützen Wi-Fi als Standard für vernetzte Autos, während Daimler, Ford, PSA Group, Deutsche Telekom, Ericsson, Huawei, Intel, Qualcomm und Samsung 5G unterstützen.

Selbst in der Europäischen Kommission ist man sich nicht vollends einig. So favorisiert die Generaldirektion Kommunikationsnetze (GD Connect) 5G, während die Generaldirektion Mobilität und Verkehr (GD Move) WLAN unterstützt. Die Kommission argumentierte, dass WLAN Technologien bereits existieren und funktionieren, wohingegen 5G noch in den Kinderschuhen stecke. EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc sagte in einem Interview mit Euractiv: „Erstens ist WLAN eine bewährte Technologie und hat fast keine Patente mehr. Es ist jetzt verfügbar, einfach zu implementieren und kostengünstig. Es ist für jeden erschwinglich. [übersetzt].“ Fokus sei die Verbesserung der Verkehrssicherheit. 5G sei schlicht noch nicht zuverlässig. Die Kommission warnte auch, dass eine Ablehnung des Rechtsaktes und die Änderung des Technologiestandards eine signifikante Verzögerung von zwei bis drei Jahren nach sich ziehen würde. Befürworter des 5G-Standards argumentieren jedoch, dass WLAN begrenzt in der Anwendung sei und hauptsächlich Autos mit anderen Autos verbindet. Der 5G-Standard biete die Möglichkeit Fahrzeuge sowohl mit Geräten als auch mit anderen Autos in der Umgebung zu verbinden. Nur eine Technologie zu fördern sei darüber hinaus nicht zukunftssicher und behindere Innovation.

Der TRAN-Ausschuss und Vertreter der Industrie kritisieren darüber hinaus, dass die Kommission eine Rückwärtskompatibilität fordere, welche der Entwicklung innovativer C-ITS-Lösungen in ganz Europa Grenzen setze.

Es handelt sich dabei um einen delegierten Rechtsakt. Nach der Veröffentlichung haben das Europäische Parlament und der Rat zwei Monate Zeit, Einwände gegen das Inkrafttreten des Rechtsakts zu erheben. Der Rat hat sich bisher noch nicht offiziell geäußert.


Weitere Links:

-Text der delegierten Verordnung

-Euractiv - Interview mit Violeta Bulc (EN)