Tourismus in der Krise

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Es steht außer Frage, dass der Tourismus einer der am härtesten von der Pandemie betroffenen Sektoren ist. Auch wenn mit der Freigabe verschiedener Impfstoffe nun langsam ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar zu sein scheint, stellt sich dennoch die Frage, wie der Bereich bis zum endgültigen Ende der Pandemie unterstützt und letztlich auch wiederaufgebaut werden kann. Dies ist auch ein wichtiges Thema innerhalb der europäischen Institutionen.


In der Mitteilung „Tourismus und Verkehr im Jahr 2020 und darüber hinaus“, die am 13. Mai 2020 angenommen wurde, kündigte die Europäische Kommission eine European Tourism Convention an, um einen Dialog über die nachhaltige Erholung und die strategischen Orientierungen für den Tourismus von morgen in Gang zu setzen und die künftige Arbeit und Zusammenarbeit im Tourismusbereich (hin zu einer Europäischen Agenda für Tourismus 2050) zu lenken. Jene Tourismus Convention fand am 12. Oktober in virtueller Form statt. Die Diskussionen konzentrierten sich auf drei Hauptthemen: Belastbarkeit; Nachhaltigkeit/Grüner Übergang; digitaler Übergang, Daten und Innovation. Ziel war es, die ersten Schritte zu einem umfassenden europäischen politischen Rahmen für den Tourismus mit gemeinsamen Prioritäten zur Untermauerung von Investitionen, zur Unterstützung und Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und zur Mobilisierung der Industrie im Hinblick auf politische Prioritäten festzulegen. Neben individuellen Beiträgen aller EUMitgliedsstaaten äußerte sich auch das Europäische Parlament, vertreten durch die Vorsitzende des Verkehrs- und Tourismusausschusses (TRAN) sowie der parlamentarischen Tourism Task Force (TTF) Karima Delli, zu den zentralen Herausforderungen und Prioritäten des europäischen Tourismussektors in den nächsten 10 bis 20 Jahren. Delli hob die Notwendigkeit hervor, Schritte in Richtung einer breit angelegten, EU-weiten Tourismusstrategie zu unternehmen. Neue, kreative Kompromisslösungen zur Unterstützung der in diesem Sektor tätigen Unternehmen und Personen seien gefragt. Entscheidend sei dabei, dass beurteilt werden muss, was nicht funktioniert hat und welche Optionen in naher Zukunft gut funktionieren würden. Wenn dies richtig bewertet worden ist, könnten gemeinsame Anstrengungen unternommen werden, um einen wettbewerbsfähigeren und nachhaltigeren Reiseund Tourismussektor aufzubauen. Dringend benötigt werden laut der TTF:

  • (a) Koordinierung von Reisebeschränkungen, Hygiene- und Gesundheitsprotokollen auf EU-Ebene;

  • (b) konsistente und transparente Kriterien zur Risikobewertung in der gesamten EU; und

  • (c) direkte und engagierte finanzielle Unterstützung.


Die TTF ist der Ansicht, dass dieses Übereinkommen ein erster Schritt auf dem Weg zu einer echten EU-Politik für nachhaltigen Tourismus sein muss, wobei folgende Aspekte zu berücksichtigen seien:

  • (a) KrisenmanagementMechanismus für mögliche künftige Krisensituationen;

  • (b) EU-Tourismusstrategie für nachhaltigen Tourismus, in der vorgeschlagen wird, dass die Mitgliedstaaten klare, strategische und ergebnisorientierte Ziele festlegen;

  • (c) Governance im Tourismussektor zur Messung von Nachhaltigkeitskriterien (wirtschaftliche, soziale und ökologische Auswirkungen) mit klaren Mess-, Kontroll- und Überwachungskriterien; und

  • (d) ein klarer Aktionsplan, um dem Sektor zu helfen, den doppelten Übergang zu digitalem und umweltfreundlicherem Tourismus, einschließlich einer Sicherheitskomponente, zu bewältigen.

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